BETRIEBSPRAXIS
Ein neuer Arbeitsalltag – und viele Fragen

Noch vor wenigen Tagen war die aktuelle Situation nicht vorstellbar, nun aber hat die Corona-Pandemie ganz Deutschland fest im Griff und alle sollten/müssen sich der schwierigen Lage so gut es  geht anpassen.

Das Virus stellt Werkstätten im Arbeitsalltag vor neue Herausforderungen. Hier finden Sie eine Liste von Antworten auf drängende Fragen rund ums Thema Arbeiten in Corona-Zeiten.


Wo erhalte ich aktuelle Informationen zum Corona-Virus?

Beim Robert-Koch-Institut gibt es eine Liste von allgemeinen Fragen und Antworten zum neuartigen Corona-Virus:  www.rki.de/faq-ncov

Was ist aufgrund der Ausgangsbeschränkungen zu beachten?
Wer in Handwerksbetriebe wie Kfz-Werkstätten arbeitet, soll von Beschränkungen nicht betroffen sein. Nach Ansicht des  ZDK seien Autowerkstätten insofern privilegiert, da sie für den Erhalt oder die Wiederherstellung der individuellen Mobilität sorgen. Bei Kontrollen durch Polizei oder andere Ordnungsbehörden könne dies glaubhaft gemacht werden.

Mitarbeiter von Kfz-Werkstätten sollten deshalb ab sofort eine Arbeitgeberbescheinigung auf dem Weg vom und zum Arbeitsplatz mitführen. Für die Form und Unterschrift dieser Bescheinigung gibt es keine Vorgaben. Bei Fahrten zum Kunden, beispielsweise für einen Hol- und Bringservice oder einen Pannendienst, empfehlen wir, den Auftrag und eine Kopie der Gewerbeanmeldung mitzunehmen. Auch andere Dokumente, die die betriebliche Notwendigkeit der Fahrt belegen, können bei Kontrollen hilfreich sein.

Wir stellen daher eine Mustervorlage im Word-Format sowie eine Mustervorlage im PDF-Format zur Verfügung, mit der Kfz-Werkstätten die berufliche Tätigkeit ihrer Mitarbeiter bestätigen können. Für die Mustervorlagen können wir jedoch keine Haftung übernehmen. Wir empfehlen, dieses Dokument für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einem Firmenbriefbogen auszudrucken.

Besteht Infektionsgefahr beim Berühren von Oberflächen?
Fakt ist: Husten und Niesen bleiben die Hauptübertragungswege des Virus. Allerdings gilt auch, dass Oberflächen, die ständig angefasst werden, kontaminiert sein können. Viren können von dort auf die Hände und anschließend auf die Schleimhäute des Mundes, der Nase oder der Augen übertragen werden

Armaturenbrett, Lenkrad, Türgriffe – wie lange überleben Corona-Viren auf unterschiedlichen Oberflächen?
Das Robert-Koch-Institut schreibt hierzu: „Von anderen […] Corona-Viren ist bekannt, dass sie auf unbelebten Oberflächen, wie Metall, Glas oder Plastik eine gewisse Zeit überleben können. Hierbei hängt die Überlebenszeit von weiteren Einflussfaktoren wie Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Während beispielsweise in einer Studie [das Virus] HCoV-229E auf Plastik bereits nach 72 Stunden seine Infektiosität verlor, blieb SARS-CoV-1 auf demselben Medium bis zu sechs Tage infektiös.“ Der Durchschnitt liege bei vier Tagen. Aufgrund der Ähnlichkeit von SARS-CoV-1 und SARS-CoV-2 seien für SARS-CoV-2 ähnliche Werte zu erwarten.

Stellt Bargeld ebenfalls eine Infektionsquelle dar?
Nur bedingt. Der Virologe Christian Drosten sagte dazu in einem Podcast des NDR: „Das auf dem Geldstück klebende Virus würde ich mal weitgehend vergessen.“ Dennoch gilt der Rat: Wer mit Scheinen und Münzen hantiert, hatte normalerweise auch Kontakt mit anderen Menschen. Händewaschen mit Seife (mindestens 20 Sekunden) ist hier also Pflicht. 

Bremsbeläge, Kugellager und Co wurden in China gefertigt. Sind sie nun potenziell gefährlich?
Bisher sind keine Fälle bekannt, bei denen es durch importierte Waren zu einer Infektion gekommen ist. Das Robert-Koch-Institut berichtet hierzu: „Eine Infektion mit Sars-CoV-2 über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines symptomatischen Patienten gehören, wie zum Beispiel importierte Waren, Postsendungen oder Gepäck, erscheint […] unwahrscheinlich.“

Was ist, wenn ich einen Auftrag wegen des Corona-Virus nicht erfüllen kann?
Wenn die Lieferung unmöglich geworden ist – etwa, weil Ersatzteile ohne erheblichen Mehraufwand nicht geliefert werden können, können sich Werkstätten nach § 275 BGB auf höhere Gewalt berufen. Eine Erschwerung reicht allerdings nicht aus. Die höhere Gewalt befreit Vertragsparteien ganz oder teilweise von den vertraglichen Pflichten, deren Erfüllung unmöglich geworden ist. Alternativ ist zu prüfen, ob eine Vertragsanpassung oder ein Rücktritt vom Vertrag aufgrund des „Wegfalls der Geschäftsgrundlage“ (nach § 313 BGB) möglich ist.

Darf ein Arbeitnehmer der Arbeit aus Angst vor einer Ansteckung fernbleiben?
Grundsätzlich nicht, aber: Das sollte der Arbeitgeber im Einzelfall entscheiden. Es gilt noch immer die Fürsorgepflicht für die Mitarbeiter – und in Zeiten, in denen weniger sozialer Kontakt besser ist, sollte die Werkstatt solche Entscheidungen einfacher treffen. Weitere Infos hierzu hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zusammengestellt: www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/corona-virus-arbeitsrechtliche-auswirkungen.html

Was geschieht, wenn Mitarbeiter wegen des Virus nicht arbeiten dürfen?
Ist eine Quarantäne verhängt worden, geht das meist mit einem Tätigkeitsverbot für den Arbeitnehmer einher. Den daraus folgenden Verdienstausfall zahlt bis zu sechs Wochen lang der Arbeitgeber. Dieser hat laut § 56 des Infektionsschutzgesetzes wiederum einen Anspruch auf Erstattung. Zuständig dafür ist in jedem Bundesland eine andere Behörde. Die richtige Anlaufstelle lässt sich auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts mithilfe der Postleitzahl herausfinden: tools.rki.de/plztool/


Corona-Regelung überarbeitet - Bayern gestattet Werkstätten saisonalen Reifenwechsel!
Die Bayerische Staatsregierung hat die Vorschriften für den Kfz-Service während der Corona-Krise erneut angepasst. Bis vor wenigen Tagen war der saisonale Reifenwechsel noch verboten. Es galten allerdings Ausnahmen, dann nämlich, wenn der Wechsel aufgrund von fehlender Profiltiefe, Beschädigungen oder Druckverlust sicherheitsrelevant war. Ab sofort dürfen Autofahrer in Bayern nun auch regulär ihre Sommerreifen in Fachwerkstätten montieren lassen. Diese Änderung geht aus einer aktualisierten Frage-Antwort-Liste hervor, in der die Bayerische Staatsregierung zu Themen rund um die Corona-Krise Stellung nimmt und deren Handhabung definiert. Diese Liste finden Sie unter dem folgendem Link:  https://www.stmi.bayern.de/miniwebs/coronavirus/faq/index.php. 

Wert legt die Staatsregierung allerdings auf den Zusatz, dass die Kfz-Betriebe, trotz dieses Zugeständnisses, die aktuell geltenden Hygiene- und Distanzregeln unbedingt einhalten. Werkstatttermine sollten entsprechend organisiert werden, es dürfe keinen Andrang von Kunden im Bereich der Auftragsannahme geben. Ausreichend Abstand zwischen den Wartenden sowie zwischen Kunden und Mitarbeitern sei unbedingt notwendig.

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